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Naumburger Dom St. Peter und Paul

Naumburger Dom St. Peter und Paul

Schon von weitem erblickt man die vier Türme des Naumburger Doms, die in der hügeligen Landschaft zwischen den Flüssen Saale und Unstrut herausstechen. Der Dom ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des europäischen Hochmittelalters, weltweit einzigartig sind seine Architektur, die Glasmalerei und die Bildhauerkunst.

Naumburger Dom St. Peter und Paul

Die Welt der Uta erleben

Im Dom faszinieren vor allem die Stifterfiguren im Westchor, die ein namenloser Steinbildhauer vor knapp 800 Jahren geschaffen hat, die Besucher. Sie sind von der Vielfalt der Emotionen der Figuren ergriffen: Stark, lebenslustig, melancholisch, sensibel, stolz, mutig und geistreich erscheinen die Stifter – überwältigend, wenn man bedenkt, dass sie ca. 1240 aus Stein gehauen wurden und doch so lebendig wirken. Eine Figur sticht dabei besonders heraus: Uta von Naumburg, Umberto Eco bezeichnete sie als die „schönste Frau des Mittelalters“, sie erscheint stolz aber auch geheimnisvoll.

Ihrem Schöpfer verdankt der Naumburger Dom auch die Planung, Ausführung und Ausstattung des Westchors und des Westlettners, einem Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft. Es war der sogenannte „Naumburger Meister“, der mit seiner Bauhütte in der Mitte des 13. Jahrhunderts, inspiriert durch die gotische Kathedralbaukunst Frankreichs, nach Naumburg kam und hier in nur sechs Jahren sein Hauptwerk errichtete. Damit ist er ein herausragendes Beispiel für einen gelebten kulturellen Austausch während der Zeit des Hochmittelalters.

Im Naumburger Dom imponieren auch die beiden Lettner, welche die Chöre räumlich vom Kirchenschiff trennen. Zwei erhaltene hochmittelalterliche Lettner in einer Kirche sind einzigartig auf der Welt! Und sie zeigen heute noch, wie die Kirche damals genutzt wurde. Früher war der Ostchor der zentrale Raum für die Liturgie der hohen Stiftsgeistlichkeit. Die Kunstwerke im Dom aus Romanik und Gotik lassen den Besucher mittelalterliche Liturgie auf eine Weise erleben, wie sie sonst kaum zu finden ist. 

Im Domschatzgewölbe werden die sakralen Kostbarkeiten des Doms in Szene gesetzt. Hier faszinieren über 30 erlesene Kunstwerke des Mittelalters und der Renaissance, wie zum Beispiel die Johannesschüssel aus dem frühen 13. Jahrhundert, der von Lucas Cranach geschaffene Altarflügel sowie die einzigartige Naumburger Pietà. Bereits das Betreten des Raums ist ein Erlebnis, da er sich über eine Fläche von ca. 285 Quadratmeter erstreckt und damit zu den größten romanischen Gewölben in Mitteldeutschland zählt. Den Schaffensweg des Naumburger Meisters von Frankreich bis Deutschland nachzuempfinden, ermöglicht die Dauerausstellung im Dom-Areal.

Ein weiteres Highlight: In der Elisabethkapelle befinden sich seit 2007 moderne Glasfenster mit zentralen Szenen aus dem Leben der Heiligen. Gestaltet wurden sie von dem international bekannten Maler der Leipziger Schule Neo Rauch. Vor allem an sonnigen Tagen verleihen sie der Kapelle eine besonders warme Atmosphäre.

Aufgrund des herausragenden Gesamtensembles, bestehend aus der Architektur, Bildhauerei und Glasmalerei, wurde der Naumburger Dom 2018 vom UNESCO-Welterbekomitee als „Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft“ zum Welterbe der Menschheit erklärt.